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Ihr Weg zu uns

Am 01.07.2006 in der Früh um 5:30Uhr klingelt der Wecker, endlich geht es los. Unser Flughafentransfer hat etwas Verspätung, er konnte unsere Straße nicht finden. Trotz Navi, keine Peilung.

Um 8:30 Uhr waren wir dann in München, am Flugplatz. Taschen abgeben und dann gab es noch eine kleine Stärkung. Wolfgang hatte noch nichts gefrühstückt.

Einchecken um 9:30 Uhr. Der Flughafenbeamte war recht witzig, wir mussten unsere Bergschuhe ausziehen, wegen der Kontrolle. Wir unterhielten uns über Stinkefüße, die wir Gott sei dank, noch nicht hatten. Kurz nach 10:00 Uhr ging es dann ab nach Amsterdam. Wieder einchecken. Wir mussten bis ans andere Ende des Flughafens rennen und der ist nicht gerade klein. Schnell noch eine Toilette mitgenommen und dann auf Gate D6. Wieder Schuhe ausziehen, diesmal nur bei Wolfgang. Duftnote noch gut. Dann stellten wir fest das Gate D6 auch noch in einzelne Alphabete aufgeteilt ist, wohin denn jetzt? Wolfgang ganz mutig, trotz behaupteter Englisch schwäche, fragt nach. Eine freundliche Stewardess, gab ihm sofort Auskunft Gate D6k. So, nun ab in den Flieger und nach Glasgow.

Als wir ankamen war es leicht bewölkt, trocken und so ca. 20 Grad. Unser Bustransfer, für das Hotel stand schon bereit und nun ging es 1 ½ Stunden über schmale Straßen und mit Linksverkehr in die erste Unterkunft. Hotel Killin in Killin. Ein wunderschöner kleiner Ort.

Killin HotelKillin ist ein Dorf in Schottland am Fluss Dochart gelegen, der östlich von Killin in den Loch Tay (Taysee) fließt. Die Hauptstrasse A 827 führt am Südende des Ortes über die spektakulären Wasserfälle, die Falls of Dochart, die als Hauptattraktionen des Ortes gelten. Eine einspurige Brücke bietet eine gute Sicht auf die ausgedehnten Stromschnellen. Auf einer Insel in der Mitte des Flusses liegt der alte Friedhof des Clans McNab. Nicht weit von den Wasserfällen entfernt befindet sich das Breadalbane Folklore Centre das im Gebäude einer ehemaligen Wassermühle eingerichtet wurde und die Touristeninformation sowie eine Ausstellung über die Lokalgeschichte und die angeblich heilenden Steine des keltischen Missionars St. Fillan enthält.

Fluß durch KillinVom Ufer des Loch Tay führte bis 1939 eine Dampferlinie über den See, und ein Eisenbahnanschluss, eine Nebenlinie der Callander & Oban Railway, brachte Gäste in den Ort, so dass Killin sich schon um die Jahrhundertwende als Urlaubsort etablieren konnte. Heute befinden sich am Ufer des Sees ein Camping- und ein Golfplatz. Nahebei liegt ein Wasserkraftwerk, das mit Rohrleitungen von den nördlich gelegenen Bergen gespeist wird.

Am nördlichen Ortsrand sieht man Ruinen des Finalarig Castles, das um 1620 von Black Duncan of Glen Orchy, einem Mitglied des Clans Campbell erbaut wurde.

Die Dorfhalle und die beiden Kirchen liegen am Ortsrand des Ortes. Die Church of Scotland-Kirche stammt von 1744 und ist stolz auf ein Taufbecken, das angeblich aus den frühesten Tagen der Christianisierung Schottlands stammt. Killin ist umgeben von eindrucksvollen Bergen, von denen Ben Lawers im Nordosten mit 1214 Metern der höchste ist.

Im Hotel stellten wir fest das unsere mitgebrachten Eurostecker nicht passten. Wir sind in die Stadt gelaufen um einen zu kaufen. Uns war allerdings total entfallen was eigentlich Strom auf Englisch heißt, dann ist mir Energy eingefallen. Wir sind in einen Laden gegangen und ich habe gefragt: „Have you Energy?“ und habe immer die Handbewegung gemacht als würde ich einen Stecker einstecken. Sie hat mich sofort verstanden und hat uns in einen Laden mit Elektrozubehör geschickt. Dort habe ich das gleiche Spiel gemacht und die Dame sagte: Adapter? Na klar, Adapter, ist doch so einfach, man muß nur darauf kommen.

Zurück im Hotel gab es bald Abendessen. Wir kauften uns noch zwei Guinness (Irisches Stout – Bier) 4 Pfund 60 sind ca. 6,90€ für beide Gläser. Das Abendessen bestand aus: 

Vorspeise:       salziger Butter mit einer Semmel.
                     Wolfgang hatte Eier mit Scrimpssalat.  
Hauptspeise:    Macaroni mit Käse überbacken dazu Kartoffelpüree;                                Wirsing- und Kohlgemüse.
                     Geräucherter Lachs mit Petersilien – Yoghurt – Soße und                      das gleiche Gemüse und Püree wie bei mir.
Nachspeise:     Rhabarberkuchen mit Eis.

Danach sind wir in der Stadt spazieren gegangen, um uns noch etwas die Füße zu vertreten. Um 22:00 Uhr lagen wir schon im Bett.

Killin

Sonntag 02.07.2006

Frisch und munter ging es am nächsten Tag erstmal zum Frühstücksbüffet. Es gab viel Toast, weiße Bohnen, gebratener Speck usw.

Wir erfuhren, dass wir zwei Gruppen mit 24 Leuten sind und zwei Führer dabei haben. Tom Ross ein wirklich vornehmer und lieber Schotte und Anja aus der Nähe von Heidelberg, eine ausdauernde Wanderin. Wir 12 und Tom aus Killin wurden mit dem Bus abgeholt und fuhren erstmal nach Tyndrum um die Anderen, mit Anja, im Hotel abzuholen.

Unsere erste Wanderung begann an der Beinglas Farm bis nach Tyndrum ca. 21km. Das ist ein kleiner Teil des West Highland Way (ges. ca. 150km), auf den Spuren von Rob Roy. Robert Roy Mc Gregor, der Robin Hood des Nordens (geb. 1671). 

Rob Roy WegZuerst gab es Lunchpakete, dann ging es los. Temperatur ca. 22 Grad, wenig Wind, sehr schwül, sehr hohe Luftfeuchtigkeit.  Die Strecke schlängelt zuerst auf einer alten Militärstraße das Tal Richtung Crianlarich hoch, bevor der Weg dann auf alte Wanderwege und Viehpfade übergeht. Hat man erst die Talseite gewechselt und dabei die Eisenbahnlinie und die Schnellstraße gequert, wird der Weg fast angenehm. Bis nach Crainlairich geht man über alte Feldwege, an verschiedenen Bauernhöfen vorbei. Später wechselt man wieder die Talseite, um dann fast ebenerdig entspannt nach Tyndrum zu gelangen. Wir liefen 6 Stunden bis wir wieder in Tyndrum waren.

FriedhofDer Höhepunkt dieser Wanderung war für uns ein alter Friedhof und eine Kapelle nördlich von Tyndrum. Diese Kapelle entstand im 8. Jahrhundert nach Chr. als der Hl. Fillan nach Schottland kam um die Einwohner dieses Tal`s zum christlichen Glauben zu bekehren. Bei vielen Grabsteinen konnten wir noch die Jahreszahlen lesen, so zwischen 1843 und 1870.
Tyndrum ist eine ehemalige Stadt des Erz-, Blei- und Silberbergbau`s.

Friedhof


JörgWieder in Tyndrum angekommen, mussten wir feststellen das es diesmal kein Abendessen im Hotel gab, viele Leute waren sauer, aber es stand in der Reisebeschreibung, manche hatten nicht richtig gelesen. Bei der Gelegenheit haben wir Jörg kennengelernt, ein Oberfranke, aus Bad Steben, bei Hof. Er hat sich uns angeschlossen und wir sind dann in Killin zum Essen gegangen. 

Es war sehr angenehm mit ihm zu plaudern und von da an waren wir sehr viel zusammen. In dieser Gruppe war auch zufällig noch ein Augsburger dabei, den wir allerdings nicht kannten. Wenn er sich immer zu uns gesellt hatte, meinte Jörg immer, „ah, die Augsburg – Gang ist wieder zusammen“. Er hatte immer einen lustigen Spruch auf den Lippen.

Nach dem Essen sind wir zum Hotel zurück und wir drei haben uns dann noch einen Whisky in der Hotelbar genehmigt. Tom hat uns den empfohlen, er hieß Highland Park. Wolfgang und ich dachten uns brennt es die Kehle und den Magen zusammen. Also ehrlich gesagt, so ein Whisky ist nicht`s für uns. Mit Jörg hatte ich auch wieder einen Rauchpartner, was ich Abend`s so richtig ausnützte. Eigentlich habe ich jetzt fast fünf Jahre nicht geraucht, aber so ab und zu in Gesellschaft, habe ich blöderweise wieder angefangen. Wir waren Abend`s  frühzeitig im Bett, damit wir am nächsten Tag fit sind.

Montag 03.07.2006

Die Gruppe hatte sich getrennt, ein paar Leute liefen mit Tom, einen anderen Weg und wir hatten heute unsern ersten Munroe, (Berg) mit Anja, vor uns.  

Es gibt 277 Munros in Schottland. Zu den Munros zählen alle Berge die höher als 3000ft. (1000m) sind.

Der Berg heißt: Stoba choire Odhair ( gespr. Stop a kora or) hat 960 Höhenmeter, ca. 800 Meter müssen überwunden werden, 6,5 Stunden bis wir wieder am Ausgangspunkt waren. Der Himmel, etwas bewölkt, es war so ca. 23 Grad.


Am Anfang ging es ganz gemächlich am Fluß Abhainn – Shira entlang. Wir machten Rast, kurz vor dem Anstieg und füllten noch mal unsere Wasserflaschen am Fluß. Es ging steil nach oben bis wir an Geröllhalden ankamen, bei denen wir eine kleine Rast einlegten. Wir hatten noch ein kleines Stück bis zum Gipfel, es hatte sich gelohnt, die Aussicht war gigantisch, auf das Rannoch Moor. Wir machten eine Essen`s und Foto Pause.




Zurück ging es am Grat entlang, über Geröllhalden in eine Seitenschlucht bis ins Tal. Am Ende der Strecke hielten wir in einer Kneipe, um auf unseren Bus zu warten der uns dann wieder ins Hotel bringen sollte. Ein Guinness wollten wir nicht mehr trinken das war uns zu bitter, deshalb sagte ich zu Wolfgang:“ bestell doch irgendein anderes dunkles Bier“. Er ging in den Pub und sagte:„A dark Beer please“, der Wirt wusste nicht was er meint und hat angefangen schottisch mit Wolfgang zu sprechen, jetzt war er an der Reihe nichts zu verstehen. Alexander der Augsburger, konnte Wolfgang dann helfen und hat uns ein dunkles Bier namens Ember (Brown Ale – Dunkles Bier süßlich) empfohlen. Von dem Tag an tranken wir nur noch Ember. Für mich war das geschmacklich mit einem Radler (Bier + Limo) vergleichbar. Der Bus holte uns ab und wir wurden dann wieder zu unserem Hotel gebracht. 

Heute gab es auch kein Abendessen im Hotel und wir beschlossen mit Jörg, in die gleiche Kneipe, wie am Vorabend, zu gehen, da es uns dort sehr gut geschmeckt hatte. Als wir dort ankamen stand „Closed“ so ein sch…  Unterwegs trafen wir auf zwei Leute von unserem Hotel, die sich uns anschlossen. Wir gingen weiter und fanden einem Pub, das keinen Alkohol ausschenken durfte, aber dafür etwas zu essen hatte. Also, sind wir dort eingekehrt. Das Essen war gut und zum trinken gab es Wasser. Das gibt es in Schottland literweise in Karaffen ohne Aufpreis. Wir haben uns nett unterhalten.

Vor allem die Story vom Otto Katalog fand ich super. Die beiden die noch dabei waren, stammten aus der ehemaligen DDR und sie erzählte uns eine nette Begebenheit. Sie hat sich, nach dem die Grenze aufgemacht hatte, ein super Mini  - Träger – Kleid im Otto Katalog bestellt. Sie fuhren in die Berge zum wandern und sie wollte unbedingt ihr neues Kleid anziehen. Somit sind sie den Berg hochgewandert mit Mini – Kleid und ohne Schutzfaktor, da sie meinte, sie bekommt nie einen Sonnenbrand. Bis zum Abend war sie überall verbrannt und kochte am ganzen Körper, das zum Thema Berge und Minikleid. 

Zurück im Hotel haben wir uns dann bald verabschiedet, da wir die Koffer packen mussten, denn am nächsten Tag stand ein Hotelwechsel an.

Dienstag 04.07.2006

An diesem Tag wurden wir mit einem größeren Bus abgeholt, damit wir auch gleich unsere Taschen unterbringen konnten. Zuerst fuhren wir wieder nach Tyndrum um auch die Anderen zu holen. Der Himmel war bewölkt es war ca. 20 Grad. Heute war das Rannoch Moor angesagt 6,5 Stunden Marsch, bis zum Bahnhof nach Rannoch. 

Der Bahnhof liegt mitten im Rannoch Moor, das hier so weich ist, dass die Schienen auf einer eigenen Trasse aus Erde, Asche und Zweigen verlegt werden mussten. Die Tatsache, dass die Linie immer noch in Betrieb ist, zeugt vom Talent der viktorianischen Ingenieure. Niemandem ist es seitdem gelungen, eine Straße bis hierher anzulegen.  

Wir liefen im Glen Coe Gebiet, entlang des Loch Laidon, der uns immer wieder auf der Strecke begegnete, Richtung Rannoch. Das Glen Coe Gebiet wird auch das „Tal der Tränen“ genannt. Hier fand 1692 das blutige Massaker am MacDonald-Clan durch die Campbells statt.

Der morastige Boden des Moor`s verlangte sehr viel Standfestigkeit von uns, denn obwohl es seit längerem nicht mehr geregnet hatte mussten wir uns hüpfend durch das Gebiet bewegen. Das Moor war durchzogen von größeren Wasserstellen und tiefen Gräben. Wunderschönes Wollgras und verschiedene Heidepflanzen säumten unsere Wege. Die Midges (kleine Fliegen, die beißen) ließen uns heute in Ruhe.

Quer durch das Rannoch Moor führt eine alte Militärstraße. Die Steine für diese Straße wurden damals ohne jegliche Maschinen von weit her geholt und als Fundament ins Moor geworfen. Es sollen Dutzende dabei gestorben sein.

Bei dieser Wanderung, hat uns Anja, die Geschichte der Nationalpflanze, der Distel erzählt.
1263 sollen sich nahende Wikinger bei Largs verraten haben, als sie in ein Distelfeld krochen und ihre Schmerzenschreie die Schotten weckten. Der Überraschungsangriff schlug fehl und den Kampf entschieden dann die Schotten für sich.

Wir waren rechtzeitig am Ende des Loch Laidon und konnte uns noch ne Stunde die Füße im angenehmen See abkühlen, bevor unser Zug von Rannoch nach Spean Bridge, zu unserem neuen Hotel, dem Spean Bridge Commando Hotel fuhr. Der See war auf der Westseite eingezäunt mit wunderschön blühenden Ginsterbüschen, die uns immer wieder, auf unseren Wanderungen begegneten.

Unser Hotel war sehr angenehm und vor allem der Wirt und die Bediensteten waren einfach super. Wir wurden beim Abendessen richtig verwöhnt. Allerdings waren sie auch sehr schnell beim abräumen, die Gläser mussten festgehalten werden, sonst waren sie weg.

An diesem Abend war noch das WM Spiel Deutschland : Italien. Das wir auf einem großen Fernseher, im Hotel Pub anschauen konnten. Wir tranken dabei das süffige Ember und waren dann auch bald im Bett, da am nächsten Tag der höchste Berg Schottlands angesagt war.

Mittwoch  05.07.2006

Frisch und munter ging es nach dem Frühstück, mit dem Bus, in das Tal Glen Nevis, um heute den höchsten Berg, den Ben Nevis 1344m zu besteigen. Der Name Ben Nevis bedeutet: Schnee- oder Wolkenberg. Es sterben jährlich ca. 10 Menschen bei der Besteigung vom Ben Nevis, wegen schlechter Sicht.

Los ging es unten, bei 37m ü.M., vorbei am Ben Nevis Inn, dass wir auf dem Rückweg besuchen werden.


Der Pfad ab Glen Nevis war ursprünglich ein Pony-Weg, der für das heute in Ruinen liegende Gipfelobservatorium angelegt wurde. In den beiden Jahren vor der Eröffnung des Observatoriums, im Jahr 1883, bestieg ein gewisser Clement Wragge täglich den Ben Nevis, um das Wetter zu beobachten. Das Observatorium wurde 1904 geschlossen. Das kleine "Hotel" nebenan wurde noch bis 1918 betrieben. 1911 "fuhr" ein Model T Ford im Rahmen einer Werbekampagne bis zum Gipfel. Die Fahrt dauerte fünf Tage. So einsam wie es bisher in den Highlands war, so viel Rummel ist auf dem gut ausgebauten Pfad, der sich wie eine Bergautobahn zum Gipfel hochzieht. Der Ben Nevis ist der absolute Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Wegen der Menschenmassen hat man schon vor langer Zeit begonnen den Weg mit Steinen zu befestigen und somit ist gut das erste Drittel aus Stufen. Im Mittelteil geht es kurz über ein Plateau.


Beim letzten Teilstück bewegt man sich nur mehr auf einem Geröllfeld. Der "Zieleinlauf" am Gipfel ist eine Nervensache, da man denkt man sei schon oben, aber dem ist noch lange nicht so, denn der Gipfel ist so flach, daß hinter jeder Kuppe noch mal unzählige Meter auftauchen.


Wir sind nach einer kleinen Pause, an einem Bergsee, in 4 Stunden oben angekommen. Die Jacken konnten wir gut gebrauchen, denn oben war es sehr kalt. Allerdings hatten wir eine wunderschöne Aussicht bei gigantischem Wetter. Nach 1 Stunde Rast, ging es wieder langsam nach unten. In 3 Stunden waren wir unten am Ben Nevis Inn angelangt und es gab wieder ein Ember zur Belohnung. Um 18:00 Uhr wurden wir vom Bus abgeholt und wieder zu unserem Hotel gebracht. Abendessen gab es um 19:30Uhr, danach sind wir noch etwas spazieren gegangen und haben uns dann mit unseren Büchern bewaffnet in der Hotel Lobby niedergelassen, aber nach diesem anstrengenden Tag, waren wir auch schon bald wieder im Bett.




Donnerstag  06.07.2006

Heute wandern wir im Glen Nevis Tal zu den Steal Falls (Wasserfällen). Auf der linken Seite befindet sich der Fluss Nevis. Dieser entspringt am anderen Ende des Tales, in den Bergen ums Rannoch Moor und mündet in den Loch Linnhe bei Fort William.


Von der bewegten Vergangenheit des Tales erzählt der Clach Shomhaile, der Stein Sommerlets, auch Wishing Stone, Wunschstein, genannt. Heutzutage soll er dem Vorbeigehenden einen Wunsch erfüllen, und auch wenn man nicht daran glaubt, versuchen kann man’s ja mal...
Seinen Namen hat der Stein allerdings dem Clan Sommerlet zu verdanken, einem Ableger des Cameron – Clans und Vorläufer der McDonalds von Glencoe, die seit dem frühen Mittelalter die Herrschaft über die Gegend hatten aber mittlerweile nicht mehr existieren.

Wir wanderten bis zu den Wasserfällen und machten dann in diesem schönen Tal eine ausgiebige Pause, da sich das Wetter zu verschlechtern schien.

Der Talschluß des zerklüfteten Glen Nevis diente als spektakuläre Filmkulisse der zwei Schottlandklassiker Highlander und Braveheart.

Wir beschlossen nach einiger Zeit wieder umzukehren und in die andere Richtung zu laufen, die Wolken wurden immer dichter. Auf dem Rückweg machten wir an einer Brücke halt, von der aus ein paar junge Schotten in den Fluß sprangen. Wir machten Rast und sahen ihnen zu.

Bevor wir an unserem Bus waren, fing es dann doch noch zu regnen an. Zuerst leichter Nieselregen, dann wurde es etwas stärker. Keiner wollte zuerst seine Regenjacke rausholen, aber dann blieb uns doch nichts anderes übrig. Das erste mal Regen, seit wir hier sind. Die Wanderung war heute so ca. 5 Stunden. Abends gab es um 19:00 Uhr Abendessen.

Da morgen die Städtereise angesagt war und wir beiden in ein anderes Hotel mussten, beschlossen wir heute, ein kleines Abschiedsfest mit ein paar Leuten von der Truppe zu feiern. Der Pub hatte eine Juke Box an der Wand hängen und damit haben wir den ganzen Abend Musik gemacht. Sogar der Wirt hat ein paar Pound spendiert, dass wir Musik machen konnten. Wir lachten viel. Wolfgang und ich hatten je drei Ember, das war ganz schön viel, für das, das wir zu Hause eigentlich nie Alkohol trinken. Unsere Köpfe waren fit, nur in den Beinen hat man es dann doch gemerkt. Das schöne an diesen Pub`s ist, man muss zum Rauchen raus gehen. Somit lernt man auch Leute von den anderen Tischen kennen, das fanden wir gar nicht so schlecht. Nach den drei Bier war auch unser Englisch hervorragend. Somit kamen wir diesmal auch etwas später ins Bett.

Freitag  07.07.2006

Heute mussten wir schon um 7 Uhr aufstehen, da es um 8 Uhr Frühstück gab. Abfahrt vom Hotel war 9 Uhr. Heute am letzten Tag war Städtereisen angesagt.

Als erstes fuhren wir von Spean Bridge aus, entlang des Caledonian Canals am Loch Lochy und Loch Oich vorbei zum Fort Augustus. Dies ist eine kleine Ortschaft in Schottland mit 646 Einwohnern (2001). Es liegt am südlichen Ende von Loch Ness.



Wegen der Jakobitenaufstände (Culloden, Bonnie Prince Charlie) wurde an diesem Platz, der vorher Kilchumein hieß, ein Fort zur Unterbringung einer Garnison gebaut. Es wurde nach King George II’s Sohn William Augustus benannt. William Augustus wurde später der Duke of Cumberland. Er bekam den Beinamen „Butcher“ (=Schlächter) Cumberland nachdem er die Jakobiten in der Schlacht von Culloden 1745 besiegte. Das Fort wurde von der Armee bis 1854 genutzt. 1867 kauft Thomas Alexander, der 14. Lord Lovat, die Gebäude vom Staat und übergab sie englischen Benedictinern. Das Fort wurde abgebrochen und in die heutige Abbey umgebaut. Die (wenigen) Mönche betrieben eine Jungenschule und öffneten die Abbey als eine Touristenattraktion. Inzwischen sind die Mönche weggezogen und die Abbey wurde verkauft. Das gesamte Inventar und auch die berühmte Bibliothek sind entfernt. In Fort Augustus mündet auch der Caledonian Canal in das Loch Ness. Er verbindet Glasgow über den Clyde, das Loch Linnhe, das Loch Lochy und eben Loch Ness mit Inverness, also den Atlantik und die Irische See mit der Nordsee. Nur all zu groß dürfen die Schiffe nicht sein.

Ab Fort Augustus fuhren wir auf der A82 dann entlang am Loch Ness bis nach Drumnadrochit eine reine Touristenstadt. In der wir dann auch Nessie fotografieren konnten.


Loch Ness liegt im "Great Glen", das die Highlands zweiteilt, und bildet einen Teil des Caledonian Canal, einem System von Wasserwegen, die Schottland durchlaufen und von Thomas Telford verbunden wurden. Der Kanal wurde 1822 in Betrieb genommen. Loch Ness ist riesig, und es ist das größte Frischwassergewässer in ganz Großbritannien. Seine Gesamtlänge beträgt etwa 37 km, und an seinem tiefsten gem.Punkt ist er 325 m tief. Insgesamt hat das Loch Ness eine Fläche von mehr als 1800 qkm, und es münden mehrere Flüsse hinein, darunter der River Oich und der Enrick.

Unweit von Drumnadrochit fesseln die Ruinen des Urquhart Castle, eines der bekanntesten Schlösser Schottlands das Auge. Die Burg aus dem 14. Jh. wurde von Edward I. erobert und verloren, für David II. im Kampf gegen Edward III. erstürmt und von allen, die des Weges kamen, in Besitz genommen. Die Burg wurde immer wieder zerstört, aufgebaut und 1692 schließlich endgültig gesprengt. Heute erheben sich die Ruinen auf einer in den See ragenden Landzunge und bewachen das geheimnisvolle Gewässer.

In Urquhart Castle machten wir nur eine kurze Fotopause, dann ging es weiter nach Inverness, die älteste Partnerstadt, seit 1956, von Augsburg.


Wir hatten  1 Stunde Aufenthalt. Tom riet uns, in einem rießigen Kaufhaus zu Mittag zu essen, da es billiger ist, wie in einem Restaurant. Das haben wir drei dann auch gemacht, allerdings, wären wir am liebsten wieder zurück in die Highlands gefahren. Nachdem wir die letzten Tage, Natur pur und viel Ruhe hatten, ging uns die Stadt irgendwie auf die Nerven. Vielleicht sollte man zuerst die Städte anschauen und dann wandern gehen. Also uns wäre es lieber gewesen. Das Wetter hielt ganz gut, es kam sogar ein bisschen die Sonne durch. Wir sind nach dem Essen etwas rum gelaufen, aber viel kann man sich in einer Stunde nicht anschauen. Wir haben uns ein Buch und eine Landkarte über Schottland in einem Buchladen gekauft, sind dann noch hinten über kleine Straßen mit netten kleinen Häuschen gelaufen und waren dann froh als der Bus uns wieder abholte.

Im Laufe der turbulenten Geschichte der Stadt überlebten nur wenige alte Gebäude, die durch zweifelhafte Entscheidungen der Städteplaner noch weiter dezimiert wurden. Der Großteil der Stadt stammt aus der Zeit, als Telford den Kaledonischen Kanal fertigstellte (1822). In der Church Street stehen noch das ältere Abertarff House (1593) und das Dunbar's Hospital (1668). Das gegenüberliegende Flussufer zieren die St. Andrew's Cathedral (1866-69) und das moderne Eden Court Theatre, das regelmäßig Ausstellungen beherbergt. Die über Fußgängerbrücken mit dem Ufer verbundenen Ness Islands sind ebenfalls einen Spaziergang wert.

Dann ging es weiter, vorbei an Culloden, nur ein schnelles Foto aus dem Bus, ohne Aufenthalt.


Die Schlacht bei Culloden vom 16.April 1746 zwischen britischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten fand auf dem Culloden Moor (auch bekannt als Drummossie Moor) nahe der gleichnamigen Ortschaft in der Nähe von Inverness in Schottland statt und endete mit einem Sieg der Regierungstruppen. Es war eine Tragödie der schottischen Geschichte und das Ende der Selbständigkeit.

Nächster Halt, war bei den Grabanlagen von Clava Cairns, aus der Zeit von 2500 v. Chr. Auf einer Länge von mehr als 100 Metern liegen hier drei Steinhügelgräber von Nordosten nach Südwesten ausgerichtet; wunderschöne Beispiele für ein „Cairn“. Ein Steinhügel, gesäumt von stehenden Steinen bedeckt die eigentliche Grabkammer. Das zentrale Ringgrab wurde 1881 restauriert. Ganz in der Nähe steht vollkommen unbeachtet ein einzelner Menhir. Dieser staatliche Menhir steht nur einen Steinwurf  von der berühmten Clava Cairns entfernt. Obwohl täglich viele Touristen mit Reisebussen zu den Clava Cairns gebracht werden, steht dieser Menhir vollkommen unbeachtet auf einer der angrenzenden Wiesen. Alle Bäume die auf diesem Platz waren, hatten eine Gabelung, es gab keine Gerade gewachsenen Bäume auf diesem Platz.

Menhir ist eine bretonische Bezeichnung für einen hochkant aufgerichteten "mehr oder minder großen Stein" bedeutet „Langer Stein“ (maen = Stein, hir = lang). Der im westdeutschen Raum gebräuchliche volkstümliche Name lautet Hinkelstein. Bereits im Mittelalter findet sich der Begriff „Hinkelstein“, als eine missverstandene Ableitung des Wortes „Hünenstein“ (= Riesenstein), das über „Hühnerstein“ zum mundartlichen „Hinkelstein“ wurde.

Cairn (von schottisch-gälisch: Steinmal) ist die, hauptsächlich auf den Britischen Inseln und in Frankreich benutzte, Bezeichnung für einen artifiziellen Hügel aus Bruchgestein mit dem eine oder mehrere (multi-chambered) Kammern einer steinzeitlichen Megalithanlage bedeckt wurden. Die zumeist neolithischen Cairns sind nicht zu verwechseln, mit so genannten Steinmännern, Steinhaufen die mitunter ebenfalls als Cairns bezeichnet werden. Grabhügeln aus Erde heißen im engl. Sprachraum Barrows.

Es ging weiter zu der kleinsten Brennerei Schottlands Edradour. Die Whisky Brennerei besteht seit 1825, bis ins Jahr 1933 wechselten sich erfolgreich die Besitzer ab. Die Zeit der Prohibition nahm ein Ende und somit weckte es auch das Interesse der Amerikaner. 1933 wurde es von Willam Whiteley & Co.übernommen. Der berühmte Spirituosenkonzern Pernod Ricard erwarb Edradour im Jahr 1982. Nach 20 Jahren bei Pernod folgte 2002 die Wende, Edradour wurde wieder schottisch. Der unabhängige Abfüller Signatora Vintage  =  Andrew Symington kaufte die Distillerie.

Wir bekamen eine kleine Probe, entweder Whisky oder einen Likör. Wir haben den Likör probiert, schmeckte sehr gut und mild. Dann durften wir einen Film ansehen und zu guter letzt, ist ein Schotte mit uns durch die einzelnen Brennkammern gelaufen und hat uns alles noch mal, auf  Englisch erklärt. Danach konnten wir einkaufen.

Jetzt ging es weiter nach Edinburgh bei vielen Wolken und dann auch mal Regen. In Edinburgh angekommen regnete es in Strömen. Jetzt hatten wir unseren schottischen Regen, den uns alle schon prophezeit hatten. Eigentlich sollte nun noch eine Rundreise mit dem Bus in der Stadt anstehen, aber wir waren so spät dran, dass die Anderen zum Hotel mussten und wir zum Bahnhof, damit wir nach Glasgow fahren konnten.

Wir haben uns von allen verabschiedet und wurden zu einem kleineren Bahnhof in Edinburgh gebracht. Am Schalter kauften wir uns ein Ticket nach Glasgow, 17,90 Pfund. Das Terminal zeigte an: „Abfahrt 20:03 Gleis 4“. Also gingen wir auf Gleis 4, hörten noch eine Durchsage, wobei wir das Wort Glasgow verstanden und warteten auf unseren Zug. Es kam noch eine Durchsage, die wir nicht verstanden. Als der Zug dann pünktlich einlief, sind wir gleich eingestiegen. Irgendwie hatte ich das Gefühl ich sollte vielleicht vorher noch mal fragen. Ich ging zu einem jungen Mann, der an seinem Laptop arbeitete. Is this the right train to Glasgow? Er meinte: „No“. So ein Mist und jetzt? Der junge Mann war echt nett, sagte wir sollen nach der zweiten Station aussteigen und der nächste Zug der kommt bringt uns dann nach Glasgow. Er hat auch gleich den Zugschaffner angehalten und ihm alles erklärt. Echt nett die Schotten. Ab Glasgow fuhren wir dann mit einem Taxi zum Hotel. Kosten 6 Pounds. Wir waren dann erst Abend`s um 21:30 Uhr im Hotel. Somit hatten wir auch kein Abendessen mehr. Was soll`s, wir waren ganz schön müde, haben geduscht und sind gleich ab in die Falle.

Samstag  08.07.2006

Der Wecker klingelte um 3 Uhr morgens. Wir hatten für 4 Uhr ein Taxi bestellt. Als wir zum Nachtpförtner kamen und er uns als German People erkannte, nannte er uns alle Worte die er auf deutsch konnte. War echt lustig mit ihm. Er bedauerte den armen Klinsmann und ergötzte sich über England`s ausscheiden usw. Wir verabschiedeten uns von ihm und bekamen noch mal zu hören das Germany sein Favorit Land ist, das hat uns gefreut. Auf das Taxi mussten wir noch etwas warten. Als es dann kam und wir endlich saßen stellte Wolfgang fest das, das Taxometer nicht eingeschalten war. Irgendwie haben wir dann auch nicht gefragt und vertrauten auf seine Ehrlichkeit, aber das sollte man nicht. Wir konnten es nicht beweisen, aber die Strecke war ungefähr gleich lang, wie zum Bahnhof und er hat das 3fache verlangt. Das zum Thema, gutmütig sein. Am Flughafen haben wir dann noch geschaut das wir was zwischen die Kiemen bekamen und um 6 Uhr ging es wieder ab nach Germany.

Fazit:

Wir werden dieses wunderbare Land mit Sicherheit noch mal besuchen, allerdings dann auf eigene Faust, denn die Schotten sind hilfsbereite und liebe Menschen und das Bier (Ember) schmeckte uns auch sehr gut.